Hannes Wader – Wir werden sehen Häuptling Seattle

Die Rede von Häuptling Seattle die er vor dem Gouverneur des Washington-Territoriums 1855 gehal­ten hat, von Hannes Wader musi­ka­lisch auf­ge­ar­bei­tet:

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Häuptling Seattle im Jahre 1864

Häuptling Seattle (17861866) war ein bekann­ter india­ni­scher Anführer und bedeu­ten­der Redner. Er ver­folg­te eine Strategie der Anpassung an die wei­ßen Siedler. So war sei­ne enge per­sön­li­che Beziehung mit David Swinson Maynard wesent­lich für die erfolg­rei­che Gründung der nach ihm benann­ten Stadt Seattle ver­ant­wort­lich. Häuptling Seattle wird eine viel­fach publi­zier­te Rede zuge­schrie­ben, die eine gewis­se Rolle in der west­li­chen Ökologiebewegung gespielt hat. Welche Anteile der ver­schie­de­nen Fassungen die­ser Rede von Seattle selbst stam­men, ist umstrit­ten.

Die Tatsache der Rede und ihre Dauer von etwa einer hal­ben Stunde sind his­to­risch doku­men­tiert. Allerdings gibt es kei­ne authen­ti­sche Niederschrift des Inhalts, sodass vie­le unter­schied­li­che – und mög­li­cher­wei­se ver­fälsch­te – Versionen kur­sie­ren. So wur­de die ers­te bekann­te Version erst 33 Jahre spä­ter, 1887, von Dr. Henry A. Smith in der Zeitung Seattle Sunday Star ver­öf­fent­licht. Zwar ist sicher, dass Smith bei Seattles Rede anwe­send war, aller­dings hat er Seattle kaum ver­stan­den, da die­ser die Rede nicht auf Englisch, son­dern in sei­ner eige­nen Sprache hielt. Eindeutige Hinweise auf die Ungenauigkeiten sind in der Rede vor­kom­men­de Details, die nicht aus der Lebenswirklichkeit Seattles stam­men kön­nen, so etwa der Ziegenmelkervogel oder der Bison, die es in Seattles Heimat nicht gab oder die Eisenbahn, die erst lan­ge nach dem Vertragsabschluss gebaut wur­de. Populär wur­de die Rede erst mit der drit­ten Version, die in den 1970er und 1980er Jahren in Umlauf kam. Sie hat nur noch sehr gerin­ge Ähnlichkeit mit der ers­ten Version und wur­de 1972 von Ted Perry für einen Film über Ökologie ver­fasst. Diese moder­ne Version fas­zi­nier­te zahl­rei­che Menschen und gewann damit star­ke Bedeutung für die Umweltbewegung, für wel­che die Rede des Häuptling Seattle genau­so wie die angeb­li­che Weissagung der Cree zu einem moder­nen Mythos wur­de.

Ausschnitt sei­ner berühm­ten Rede. Als Vorlage dien­te das Foto eines Denkmales.

 

Die Häuptling Seattle zuge­schrie­be­ne bzw. ange­dich­te­te Rede ist heu­te aktu­el­ler denn je. Die moder­ne Konsumgesellschaft for­dert der Natur immer mehr Tribut ab und spie­gelt sich in Ereignissen wie der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und der mehr­fa­chen Kernreaktorschmelze von Fukushima wie­der. Die Gier der Menschen und ihrer Industrien leis­tet ihren Beitrag dabei nicht nur durch direk­te Abfallprodukte und gedan­ken­lo­sen Umgang mit Umweltgiften (z.B. Pestiziden), son­dern auch durch die geplan­te Obsoleszenz. Dieser viel­fach ver­wen­de­te Kunstgriff der Ingenieure ver­rin­gert die Haltbarkeit oder die Funktionsdauer des spe­zi­fi­schen Produkts und resul­tiert in gewal­ti­gen Mengen unnö­ti­gen Mülls. Es dient dazu, den Konsumenten nach einer gewis­sen Zeit zum Neukauf zu zwin­gen, weil Reperaturen meist teu­rer sind als ein Neuerwerb. Dies stellt ein wich­ti­ger Motor für das stän­di­ge Wachstum der Konsumgesellschaft dar.

In der Natur gibt es aber kein expo­nen­ti­ell end­lo­ses Wachstum, wie es von der Wirtschaft  pro­pa­giert und prak­ti­ziert wird. So stop­pen selbst Bakterien unter Idealbedingungen ihre Ausbreitung im Nährmedium, weil sie ihre Umgebung zu stark über­säu­ern sobald sie die kri­ti­sche Masse erreicht haben.

Die Welt hat genug für jeder­manns Bedürf­nisse, aber nicht für jeder­manns Gier.“ Mahatma Gandhi

Wann haben wir wohl die phy­si­schen Grenzen unse­res Planeten erreicht?

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